Auf dem ehemaligen AEG-Gelände
Muggenhoferstraße 135 Halle 50A
90429 Nürnberg
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Der Herr Falck war ja schon mal in der Comedy Lounge, und ich war da auch da. Bloß wenn man im Loft an der Rückwand steht und sich beim lieben Gott wegen der Körpergröße und dem Supergehör nicht nochmal angestellt hat, da versteht man gar nicht, warum vorne gelacht wird. Zwar kann man sich dann zwingen, zwei Bierkrüge auf Ex auszutrinken und sich draufstellen, aber bringen tut das nicht viel außer Kopfweh am nächsten Tag. Gestern jedoch, und jetzt komm' ich zum Punkt, bekam man nicht nur eine Ahnung, warum manche da lachen, man konnte sogar einstimmen, wenn man wollte. Weil der Raum so schön groß und hell und der Ton so gut und der Getränkeausschank so gesittet und nicht zuletzt die Bühne so charmant und einsichtig war. Ohne die künstlerische Darbietung der drei herzigen Herren schmälern zu wollen: da hätte vermutlich sogar Mario Barth auftreten können und es wäre einigermaßen geworden gefühlt 17mal besser als im Loft gewesen. Wenn's nach mir ginge: bitte jetzt immer da zwischen den Maschinen. Danke, Meister Robrock!
Fotos: © Andrea Sohler, VG Bild-Kunst Bonn
die Comedy Lounge hat ein neues Zuhause und das ist beim Meister Robrock in seiner Werkstatt. Wo die tapferen Arbeiter der Faust bienengleich alles zusammen schmieden, was oft alles hält, da finden sich in Zukunft auch die lustigen Arbeiter der Stirn ein, um das Volk zu erheitern. Der gute Bürger Boris Hagel gibt einem auch etwas zu essen und zu trinken, wenn man artig ist und ein paar Groschen dabei hat. Die Bühne ist ein eiserner Bollerwagen. Selbstverständlich gibt auch in der neuen Behausung Matthias Egersdörfer gast und führt durchs Programm.
Weil man aber ganz lange zum Klo laufen muss und dann auch wieder zurück, habe ich von der ersten Geschichte von dem Herrn Egersdörfer nur einen Teil mitbekommen und in der zweiten Hälfte, wie er dran war, recht zusammengezwickt, damit ich alles hören kann was er sagt. Es ist schon immer ein Vergnügen, den mäandernden Gedanken des Herrn Egersdörfer hinterher zu kuscheln und seine Bilder sind auch oft sehr würzig. Und wenn er alles durch seinen Leib gesintert hat und auf der Bühne es herzeigt und lebt, ist es oft sehr schön, aber halb so reizvoll ist es, wenn er an einem sicher sorgfältig aufnotierten Text sich entlang liest und alles sehr neu ist und man das Gefühl hat es sei eine nette kleine Geschichte, aber wenn er sich endlich erheben würde und sie schon verdaut hätte und sie einfach nur in die Situation hinein rampen würde, da könnte richtig was gehen. Es ist schon ein Unterschied ob man ein Drehbuch liest, oder den Film sieht.
Und wo mir gerade beim Film sind - der Herr Barth hat da dann ein bisschen Fernseh Humor vorgelegt . Das ist schon schön getanzt, aber inhaltlich...ein wenig Weiber und alles was das Fernseh so an schönen Standards zu bieten hat - naja - ich glaube wenn die Bühne nicht ein Bollerwagen gewesen wäre, dann wäre der Barth genau wie sein Namensvetter auch recht hin und her gelaufen zu seinen Flachheiten immer rechts und links vielleicht stolpert man über einen wie auch immer - Schwamm drüber.
Aber der Herr Falck, der hat gefunkt, das hat gebrummt . Der hätte wirklich ein kleinwenig mehr Platz gebraucht. Liebevoll hat er gebastelt, eine Wetterkarte und alles, mit zaubern und auch Musik - oder so ähnlich - und einem solchen Charme, wo man ihm fast aus Begeisterung ans Bein greifen möchte und hat der mich mitgenommen in einen Garten des Blödsinns, wo jedes Radieschen wie ein Granatapfel riecht. So ein Rotzbub und wie der grinst in seiner ganzen Hinterfotzigkeit, das war ein ganzes Vergnügen, jawoll. Alles in allem ein gnüglicher Abend und vielen Dank den Künstlern.